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Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit an der TU Chemnitz

Mit Vorbildfunktion will die TU Chemnitz zur Agenda 2030 beitragen und Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und Transfer stetig und dauerhaft verankern. Hierfür wird ein Umfeld geschaffen, in dem alle Mitglieder und Angehörigen der Universität zu übergreifendem nachhaltigem Denken und Handeln angeregt werden.

Neuigkeiten

Unser Engagement zur Nachhaltigkeit – Statements von Mitgliedern und Angeh?rigen der TU Chemnitz

20.07.2022

Nachhaltigkeit bedeutet Vielfalt: Hier finden Sie einen Einblick in das Engagement für eine Entwicklung zur Nachhaltigkeit engagierter Mitglieder und Angeh?riger der TU Chemnitz.

Ein Klick zu den Statements

Zus?tzlich haben wir heute noch einen Lesetipp von utopia.de: Schluss mit Ausreden: So reagierst du auf typische Argumente gegen Nachhaltigkeit

Fast Fashion

24.06.2022

Als Fast Fashion Kleidung bezeichnet man günstige Anziehsachen, welche oft nur eine kurze Zeit lang getragen werden. Der günstige Preis von den Kleidern erm?glicht nahezu grenzenloses Shopping. Dies machen sich viele Firmen wie z. B. H&M oder C&A schon ca. seit dem Jahre 2000 zu Nutze. Jedoch zieht das sehr viele Nachhaltigkeits- und Umweltprobleme nach sich, über welche wir uns VOR dem Kaufen dieser Kleider Gedanken machen sollten.

Als Folge von Fast Fashion hat sich die Textilproduktion in letzter Zeit mehr als nur verdoppelt. Dadurch kommt es zu immer mehr Abgaben von Chemikalien in die Umwelt, was vor allem die Gew?sser und B?den extrem belastet. Zudem sind die Arbeitsbedingungen bei einer Fast-Fashion-Industrie oft auch selten fair, da die N?herrinnen und N?her in vielen F?llen keinen Existenzlohn erhalten und auch nicht in einem sicheren Umfeld arbeiten.

Machen Sie sich ein eigenes Bild vom Fast Fashionproblem:
Vergiftete Flüsse – Die schmutzigen Geheimnisse der Textilindustrie (externer Link)

Aber wie kann man Fast Fashion zukünftig minimieren?

Es k?nnen beispielsweise die Anforderungen an die Gestaltung von Textilien im Rahmen der ?kodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte, mit denen verpflichtende Mindestwerte für die Verwendung recycelter Fasern in Textilien festgelegt werden. Damit würde dafür gesorgt werden, dass die Produkte l?nger nutzbar sind oder recycelt werden k?nnen. Eindeutigere Informationen von Herkunft und Verarbeitung an das Produkt angebracht, k?nnen den K?uferinnen und K?ufern klar machen, dass sie ein gravierendes Umwelt- und Sozial-Problem unterstützen. Zudem w?re es für die Umwelt besser, wenn man die Regelungen von Chemikalien und Textilien, welche in Europa gelten, ins Ausland bringen würde. Au?erdem k?nnen wir beim Kauf von Kleidungstücken, auf bestimmte Siegel achten, welche die faire Produktion der Produkte best?tigen. N?here Informationen über Textil-Siegel finden Sie auf dieser Seite.

Quellen:

https://fairlier.de/wissen/fast-fashion

https://greenwire.greenpeace.de/system/files/2019-04/s01951_greenpeace_report_konsumkollaps_fast_fashion.pdf

https://ec.europa.eu/environment/strategy/textiles-strategy_de

(Autor: Simon Günther, Schülerpraktikant)

Fahrrad – eine Frage des Genders?

20.05.2022

Das Fahrrad steigt stetig in seiner Beliebtheit als Mobilit?tsvariante. V?llig zu Recht, denn Radfahren st?rkt die Gesundheit und schont die Umwelt. Warum fahren wir also noch nicht alle Fahrrad? Die Benutzung von Mobilit?tsangeboten und die Benutzung der favorisierten Infrastruktur sowie geschlechtsspezifische Unterschiede stehen miteinander im Zusammenhang.

Hinsichtlich der allgemeinen Nutzung des Fahrrads fahren Frauen weniger Rad als M?nner.[1] Frauen fahren eher gelegentlich mit dem Fahrrad, w?hrend M?nner im Vergleich regelm??ige Radfahrer sind.[2] Auch bezüglich der Gründe für den Fahrradgebrauch bestehen Unterschiede: Frauen nutzen h?ufiger das Rad zum Einkaufen, für Erledigungen oder um Freunde zu treffen als m?nnliche Personen. Dagegen fahren M?nner h?ufiger mit dem Fahrrad zur Arbeit und um sich zu erholen.[3]

Als eine der Ursachen für diese Unterschiede gilt die ungleiche Verteilung von Haushaltsaufgaben. Denn nach wie vor sind Frauen überwiegend für den Haushalt verantwortlich. Dementsprechend besteht bei Frauen die Neigung, ihre Fahrten effizient zu gestalten, indem verschiedene Aktivit?ten zusammengelegt werden – z. B. Einkaufen auf dem Weg zur oder von der Arbeit. Durch die unterschiedlichen Aufgaben ist es für Frauen vermutlich schwieriger, all dies mit dem Fahrrad zu bew?ltigen als beispielsweise mit einem Auto. Folglich stellt die Ungleichheit der Haushaltspflichten eine Barriere für Frauen dar, das Rad h?ufig(er) zu nutzen.[4]

Dieses unterschiedliche Verhalten l?sst sich weiterhin durch ein unterschiedliche Risikowahrnehmung begründen. Hierbei bestehen bei Frauen gr??ere Sicherheitsbedenken als bei M?nnern – bezogen auf k?rperliche Verletzungen durch Unf?lle.[5] Frauen stufen vor allem die vorhandene Infrastruktur eher als unsicher ein als m?nnliche Personen. Konkrete Barrieren der Fahrradnutzung umfassen das Fehlen der Infrastruktur, also Radwege etc., oder den Stra?enverkehr.[6] Daher pr?ferieren weibliche Fahrradfahrende in der Tendenz st?rker zu sicherer Rad-Infrastruktur – wodurch sich auch die Bevorzugung von Off-Road-Wegen mit einer gr??eren Trennung vom Verkehr begründet. Gleichzeitig nutzen M?nner vermehrt On-Road-Wege.[7] Demgem?? steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen Fahrrad fahren sowohl durch das Vorhandensein einer Fahrradinfrastruktur als auch durch ein geringes Verkehrsaufkommen.[8]

Infolgedessen wird deutlich, dass Sicherheitsaspekte für weibliche Fahrradfahrende eine einflussreiche Barriere sind.[9] M?nner besitzen zwar ebenfalls Sicherheitsbedenken, ?u?erten diese aber seltener. Diese Barriere ist ma?geblich mit der zur Verfügung stehenden Infrastruktur für Radfahrer verbunden.

In einem sind sich M?nner und Frauen einig: Sowohl Frauen als auch M?nner wünschen sich einen Ausbau der Radwege.[10]

 

[1] Emond, C. R., Tang, W. & Handy, S. L. (2009). Explaining gender difference in bicycling behavior.?Transportation Research Record,?2125(1), 16-25.

[2] Twaddle, H.,?Hall, F.?&?Bracic, B.?(2010).?Latent bicycle commuting demand and effects of gender on commuter cycling and accident rates.?Transportation Research Record: Journal of the Transportation Research Board, No. 2190, Transportation Research Board of the National Academies, Washington, D.C., 28-36.

[3] Krizek, K. J., Johnson, P. J. & Tilahun, N. (2005). Gender differences in bicycling behavior and facility preferences. In: Conference Proceedings 35: Research on Women’s Issues in Transportation, Report of a Conference, Volume 2: Technical Papers, Transportation Research Board of National Academies, Washington, D.C., 31-40.

[4] Ravensbergen, L., Buliung, R. & Laliberté, N. (2019). Toward feminist geographies of cycling.?Geography compass,?13(7), e12461.

[5] Twaddle, H.,?Hall, F.?&?Bracic, B.?(2010).?Latent bicycle commuting demand and effects of gender on commuter cycling and accident rates.?Transportation Research Record: Journal of the Transportation Research Board, No. 2190, Transportation Research Board of the National Academies, Washington, D.C., 28-36.

[6] Akar, G., Fischer, N. & Namgung, M. (2013).?Bicycling Choice and Gender Case Study: The Ohio State University. International Journal of Sustainable Transportation, 7(5), 347–365.

[7] Heesch, K. C., Sahlqvist, S. & Garrard, J. (2012). Gender differences in recreational and transport cycling: a cross-sectional mixed-methods comparison of cycling patterns, motivators, and constraints.?International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity,?9(106), 1-12.

[8] Mitra, R. & Nash, S. (2019). Can the built environment explain gender gap in cycling? An exploration of university students‘ travel behavior in Toronto, Canada.?International Journal of Sustainable Transportation,?13(2), 138-147.

[9] https://www.forum-csr.net/News/17556/SicherheitsbedenkenhaltenMenschenvomRadfahrenab.html

[10] Aldred, R., Elliott, B., Woodcock, J. & Goodman, A. (2017). Cycling provision separated from motor traffic: a systematic review exploring whether stated preferences vary by gender and age.?Transport Reviews,?37(1), 29-55.

 

fair trade – Sicherung von Existenzl?hnen, Mindestpreisen sowie spezifischen Umwelt- und Sozialstandards

07.04.2022

Wie kann eine Banane, die 11.000 km Transportweg hinter sich hat, nur halb so viel kosten wie ein einheimischer Apfel?[1] Soziale und ?kologische Kosten, wie Lohndumping, Kinderarbeit oder Wasserverknappung, bilden sich nicht im günstigen Verkaufspreis ab.[2]

Neben der Banane geht es um Kaffee, Kakao, Südfrüchte, Textilien, Blumen, Eiscreme, Schokolade, Zucker, kalte Mischgetr?nke, Fruchtsaft, Tee, Sü?waren, Wein, Honig, Reis, Trinkschokolade, Gewürze, Kosmetik, Gold und Sonstiges.[3]

Infografik: Fairtrade-Produkte verkaufen sich immer besser | Statista

Quelle: https://de.statista.com/infografik/14716/umsatz-mit-fairtrade-produkten-in-deutschland/

Fairtrade verursacht fast 50% weniger externe Kosten, wobei der Hauptanteil im sozialen Bereich liegt.[4]

Fairer Handel strebt im internationalem Handel nach einer Partnerschaft, welche sich auf dialogisches Miteinander, Gerechtigkeit, Respekt, Sicherung sozialer Rechte, Transparenz und Umweltschutz ausrichtet[5] – und so einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet, u.a. SDG-Unterziel 8.7 (Zwangs- und Kinderarbeit abschaffen). Fair hei?t, dass Bauern und B?uerinnen L?hne erhalten, von denen sie leben k?nnen und unter sozialvertr?glichen Bedingungen arbeiten.[6] Faire Herstellungsprozesse k?nnen auch mit Umweltschutz verknüpft sein und biologische Landwirtschaft st?rken. Um diese Ziele umzusetzen, haben sich vielf?ltige Organisationen (u.a. FLO, WFTO, EFTA) gebildet und setzen sich für bessere, faire Arbeitsbedingungen, meist im globalen Süden, ein.[7] Die Branche fair gehandelter Produkte w?chst; Hauptprodukte sind Kaffee und Bananen. [8]

So k?nnen Sie Ihren Beitrag leisten:

  • Kaufen Sie fair: Achten Sie beim Kauf auf Fairer-Handel-Siegel, wie das Fairtrade-Siegel, Naturland fair, GEPA Fair+, Rapunzel Hand in Hand, World Fair Trade Organization[9]
  • Achten Sie auf Handelsmarken, wie Banafair, Weltpartner, El Puente, Globo Fair Trade Partner oder suchen Sie faire Elektroprodukte
  • Nutzen Sie Weltl?den in Ihrer Umgebung
  • Werden Sie aktiv und informieren und engagieren Sie sich[10]
Logos und Zeichen fairen Handels

Logos und Zeichen fairen Handels (Quelle: https://www.forum-fairer-handel.de/fairer-handel/was-ist-fairer-handel)

[1] https://www.fairtrade-deutschland.de/service/presse/details/die-banane-sieht-rot-supermaerkte-muessen-preiskampf-stoppen-3050

[2] https://www.fairtrade-deutschland.de/fileadmin/DE/01_was_ist_fairtrade/05_wirkung/studien/2018_True_Cost_of_banana_production_exec_summary_de.pdf

[3] https://www.fairtrade-deutschland.de/produkte & https://www.fairtrade-deutschland.de/fileadmin/DE/mediathek/pdf/transfair_jahresbericht_2021.pdf.

[4] https://www.fairtrade-deutschland.de/fileadmin/DE/mediathek/pdf/fairtrade_factsheet_studie_truecost_de.pdf

[5] https://www.forum-fairer-handel.de/fileadmin/user_upload/Dateien/Publikationen_von_Anderen/2018_FH-Charta_Deutsch.pdf

[6] https://www.fairtrade-deutschland.de/was-ist-fairtrade/fairtrade-produzenten

[7] https://www.fairtrade-deutschland.de/was-ist-fairtrade/fairtrade-system & https://www.forum-fairer-handel.de/fairer-handel/was-ist-fairer-handel

[8] https://de.statista.com/themen/2434/fair-trade/#topicHeader__wrapper

[9] https://utopia.de/ratgeber/fairer-handel-das-solltest-du-ueber-fairtrade-wissen/

[10] https://www.fairtrade-deutschland.de/service/kalender

Presseartikel